Vorwort
Die zweite Verszeile des Liedes ‚‚Mein Burzenland‘‘, „wo der Königstein schaut tief ins Tal hinein“ war ausschlaggebend für den Titel dieses Buches. Dass das Buch entstanden ist, habe ich Herrn Hans Preidt, ehemaligem Lehrer in Weidenbach, zu verdanken. Er war derjenige, der viele Werke von Rudi Klusch schon früh gesammelt hat, wegen Krankheit aber dieses Buch nicht vollenden konnte. Nicht alle Lieder von Rudi Klusch konnten im Original ausfindig gemacht werden. Hans Preidt hat viele fehlende Noten selber aus dem Gedächtnis niedergeschrieben. Einige Lieder sind durch die gesungenen Weisen von Begeisterten wesentlich verändert worden. So z.B. hat das Lied „Du gelber Alt“, von Hans Preidt geschrieben, eine veränderte Melodie im Vergleich zu der Gesangsweise des gleichen Liedes von Franz Markus.
Nicht nur die Melodien wurden von verschiedenen Interpreten geändert vorgetragen, sondern bei der Abschrift der Originaltexte ist mir aufgefallen, dass selbst Rudi Klusch verschiedene Varianten in den gleichen Liedern oder Gedichten verwendet hat.
In diesen gesammelten Werken erfährt der Leser die Vielfalt seines Talents. Eines seiner Lieblingsthemen ist die Musik. Dieser widmet sich Rudi Klusch sowohl gesanglich als auch instrumental. Er vertont Gedichte in verschiedenen Varianten, schreibt die Noten für die unterschiedlichen Stimmen eines Chors und die Stücke für Blasmusik, die ihn im ganzen Burzenland bekannt und berühmt gemacht haben. Bezogen auf die Musik, haben wir seiner Feder viele Aufzeichnungen von dem täglichen Leben mit den Zöglingen und Musikkameraden zu verdanken. So erzählt er in Versform von der „jungen Kapelle aus Petersberg“, von einer „Hochzeit in Wolkendorf“, von der „Heimfahrt ohne Ende“ eines Musikerkollegen oder er beschreibt eine Begebenheit auf dem Turm in Birthälm.
Die Schönheit, die Natur und die Berge seiner Heimat, dem Burzenland, prägen immer wieder den Inhalt seiner Erzählungen, Gedichte und Lieder. Die Sehnsucht nach seiner Heimat, dem Dorf, den Menschen, die hier gelebt haben, verewigt er in seinen Versen.
„Dich Erlenwald, wir hatten ins Herz geschlossen“ oder „Am Bach die alten trauten Weiden“ und „Du Muttersprache süßer Laut, mein höchstes Glück dir stets zu lauschen“ und nicht zuletzt „Die Kuh des Nachbarn Lehnhard“ beweisen, dass Rudi Klusch auch in der Ferne, als Kapellmeister der Königlichen Blaskapelle, die Heimat nie vergessen hat. Rudi Klusch ist in Weidenbach aufgewachsen und somit sind viele seiner Werke im Weidenbächer Dialekt geschrieben. Diesen Dialekt habe ich versucht zu erhalten und dem Leser einfach und verständlich herüberzubringen. Um den Weidenbächer Dialekt nicht zu verfälschen, sind einige phonetische Zeichen eingefügt worden. So z.B. erklingt der Laut „ǝ“ im Wort Bǝm = Baum (englisch the [θǝ]), evtl. hilft auch das rumänische „ă.“ Ein anderer spezifischer Laut, welcher den Weidenbächer Dialekt prägt, ist das „y“, das im Wort Brot = Bryt leichter zu erklären ist (vergleichbar mit dem Wort Cernobyl oder mit dem Laut „â“, „î“ aus dem Rumänischen). Ein in vielen sächsischen Dialekten vorkommender Laut ist das „å“ im Wort Åppel = Apfel oder dåt = dass, ein „dunkles“ a.
Des Weiteren ist der Doppelvokal „eë“ noch zu berücksichtigen. Dies klingt wie folgt ausgesprochen: Der erste Vokal „e“ wird lang und der zweite „ ë “ wird als kurzes „i“ ausgesprochen. Ich hoffe hiermit, dem Leser in kurzer Beschreibung den Weidenbächer Dialekt etwas näher gebracht und leichter lesbar gemacht zu haben. Zum besseren Verständnis sind teilweise Gedichte und Erzählungen ins Deutsche übersetzt worden. Wo dies nicht der Fall ist, schlage ich einfach vor, den Text zweimal zu lesen.
Die Verse gehören in die Kategorie der Gelegenheitsdichtung, ohne höheren Anspruch als hochwertige Literatur eingestuft zu werden. Besonders wertvoll sind die Lieder von Rudi Klusch, die von seiner Heimatverbundenheit erzählen.

Klaus Oyntzen
Lahr, den 25.03.2011